Vorbereitungen für das Onda-Matsuri

08.08.2018

Tag 10 - 25.07.2018

von Fabian Schunk

Ein neuer Tag in Nishi-Teno bricht an. Dies war die letzte Nacht, die wir bei unseren jeweiligen Gastfamilien verbringen würden. Nach einem ausgiebigen Frühstück verabschiedeten und bedankten wir uns höflich von diesen – ein Akt, der in Japan etwas länger dauern kann, da er so einige kurze Verbeugungen von beiden Seiten beinhaltet – und trafen uns anschließend um 8 Uhr morgens in der Nähe des Kokuzō-Schreins mit den restlichen Gruppenmitgliedern und einigen Dorfbewohnern, die uns bereits erwarteten. Wir wurden sofort mit eingespannt, um bei den Vorbereitungen für das am nächsten Tag anstehende Onda-matsuri zu helfen.

Konkret halfen wir bei der Herstellung von sogenannten jimaki (じまき). Hierfür wurden zunächst Blätter per Hand in dünne Streifen zerteilt, um anschließend als Bindematerial für eine Konstruktion aus zwei großen Blättern zu dienen, die mit einem Mochi (klebriger Reis) in der Mitte zusammengeknotet wurden (siehe Fotos). Je nachdem, ob man drei oder fünf Schnüre zum Binden benutzt, wird dies als sanbonmaki (さんぼんまき) oder gohonmaki (ごぼんまき) bezeichnet. Von den Einheimischen erhalten wir unterschiedliche Antworten, als wir uns nach der Funktion der Jimaki erkundigen, welche im Verlauf des Onda-matsuri an die Haushälte und Teilnehmenden verteilt werden sollen. Je nach Tradition werden die eingearbeiteten Mochi von den Bewohnern entweder gegessen, um ihnen eine gute Gesundheit zu bescheren, oder an den Familienschrein gehangen, wo sie für eine fruchtbare Ernte sorgen sollen. Wie an vielen Tagen wurden wir übrigens auch heute von Frau Nozomi, dem örtlichen Aso-Web-TV, und ihrem Kameramann begleitet.

Um 10:30 waren alle Mochi verarbeitet und wir stärkten uns bei einem gemeinsamen Mittagessen mit den Dorfbewohnern, wobei sich auch einige Möglichkeiten zum Austausch mit diesen boten. Nachdem alle gesättigt waren, packten die Frauen unserer Gruppe ihre Sachen, um zu ihrer zukünftigen Unterkunft, einem Bungalow auf einem Campingplatz (mit Dusche und Klimaanlage) zu ziehen. Wir Männer wiederum freuten uns auf kuschelige Nächte, die wir zu acht in einem einzigen Zimmer in einem Gebäude namens Tsukasa (ohne Dusche oder Klimaanlage) verbringen würden. Dies sollte auch den Zeitpunkt markieren, an dem der tägliche Besuch im öffentlichen Bad nicht mehr als Luxus, sondern als Pflicht zum Wohle aller, angesehen wurde.

Am Abend nahmen einige unserer Exkursionsteilnehmer noch an einer Singprobe für das Festival in Miyaji teil, wo ihnen ein unerwartetes Angebot unterbreitet wurde: Die Möglichkeit einer Teilnahme als Schreinträger bei der Prozession des Onda-Matsuris in Miyaji. Der Schrein wiegt 400 bis 500 Kilogramm und wird von acht Personen getragen – keine leichte Aufgabe, vor allem bei der täglichen Hitze. Doch zwei mutige Kollegen nutzten diese einmalige Gelegenheit und gaben bekannt, sich der Herausforderung stellen zu wollen. Im Blogeintrag vom 28. Juli wird man sehen, wie sie diese Aufgabe gemeistert haben…

Die Wiener StudentInnen helfen tatkräftig mit, alle 700 Jimaki herzustellen.
Sanbonmaki.
Trotz der Hitze hatten alle Spaß beim Herstellen der Jimaki.
Ein Bündel umfasst 100 Jimaki.
Das Onda-Matsuri ist am Schrein überall präsent - die Vorfreude steigt!
Die Verköstigung nach getaner Arbeit - üppig und unglaublich lecker.