Bei einer Gastfamilie in Nishiteno

07.08.2018

Tag 8 - 23.07.2018

von Luisa Jäger

Der Montag begann früh am Morgen, denn der Umzug nach Teno, das eigentliche Hauptziel unserer Reise, stand auf dem Pan. Vorher gab es jedoch noch das Angebot für diejenigen, die noch nicht teilgenommen haben, oder denen es gefallen hat und es noch einmal ausprobieren wollten, das Shabutsu im nahe gelegenen Tempel auszuüben. Das letzte Mal hatte deutlich überzeugt und führte dazu, dass wir an diesem Morgen erneut gesammelt nebeneinander saßen und schweigend unsere Bilder von den verschiedenen Buddha abgepaust haben. Ich war besonders darin vertieft, die vielen Hände meines Buddhas, die wiederum die verschiedensten detaillierten Gegenstände hielten, so präzise wie möglich zu zeichnen, sodass ich relativ spät bemerkte, dass alle anderen bereits eine gute Weile vor mir fertig waren und auf mich warteten. Ganz nach dem Prinzip einer Meditation, vervollständigte ich jedoch mein Werk so gut wie möglich in Ruhe und gedankenlos. Danach wurde das seit dem letzten Mal für einige von uns sehr wichtig gewordenem Leuten der Glocke vor dem Tempel vollzogen, und es ging mit Eile nach Hause, um den Umzug nach Teno einzuleiten.

Teno liegt am nördlichen Rand der Caldera und kann von Miyaji aus mit dem Fahrrad in ungefähr 20 Minuten erreicht werden, dabei ist die Aussicht während der Fahrt durch die Reisfelder atemberaubend: im Rücken die Bergkette Aso, vor einem der Rand der Caldera und man selbst umgeben von Grün und der süßen Dorflandschaft. Nach der also eigentlich zu kurzen Fahrt, haben wir uns in Teno eingefunden und in Gruppen aufgeteilt, um uns unseren jeweiligen Gastfamilien für die kommenden zwei Tage vorzustellen. Während sich die Burschen in zwei Gruppen von je drei Personen aufteilten, sind wir fünf Mädels gemeinsam einer überaus liebevollen Familie zugeteilt worden. Um uns gegenseitig direkt besser kennenzulernen, wurde für uns das bestmögliche Abendessen dafür vorbereitet: Barbecue! Man setzt sich versammelt um den Grill und brät kleinere Stücke von Fleisch oder Gemüse, die dann nach und nach essfertig werden und darauf warten, einer Person zugeteilt und vernascht zu werden. Somit sitzt und grillt man gemeinsam aktiv länger und hat die Gelegenheit, sich währenddessen untereinander auszutauschen. Die beiden Kinder der Familie waren dabei sehr gastfreundschaftlich und haben ihrer Oma geholfen für uns alles vorzubereiten. Das Essen hat dann nicht nur gut geschmeckt, sondern wir konnten uns mit den Kindern auch bereits anfreunden und uns über viele Themen unterhalten, wie ihre Vorlieben, Gewohnheiten, ihre Familie oder wie ihr Alltag aussieht.

Den Abend konnten wir schließlich mit einem für einige von uns ersten Besuch im sento (Therme) ausklingen lassen, zu der wir liebevollerweise mit dem Auto hingebracht worden sind. Auch dort entstand schnell die Möglichkeit, sich mit den anderen, meist im hohen Alter befindlichn, badenden Besuchern aus der Gegend auszutauschen, die viel Interesse für uns zeigten. Obwohl es wegen der Beschallung und dem Dialekt nur zu eher fragmentierten Gesprächen kam, war es eine spannende Erfahrung und wir wurden auch dort herzlich aufgenommen.

Insgesamt haben wir unseren Einstieg in das Feld als erfolgreich wahrgenommen und unsere erste Einschätzung der dort lebenden Menschen ist mehr als positiv. Die Motivation für die nächsten Tage, die Gegend und ihre Menschen noch genauer kennen zu lernen, ist in allen Fällen gegeben.

Köstliches Frühstück bei der Gastfamilie.
Im Schlafraum besprechen wir unsere Eindrücke und Feldnotizen.
Essen gab es stets mehr als genug.