VSJF-Jahrestagung 2017

27.04.2017

“Rural Japan Revisited: Autonomy and Heteronomy in the Peripheries” | 31.10 - 02.11.2017 | Institut für Ostasienwissenschaften

Die Jahrestagung 2017 der Vereinigung für Sozialwissenschaftliche Japanforschung (VSJF) findet vom 31. Oktober bis 2. November 2017 in Wien statt.

     Als Gastgeber dieser Konferenz fungieren die Universität Wien und die Wirtschaftskammer Österreich (WKO). Prof. Dr. Wolfram Manzenreiter und Dr. Ralph Lützeler vom Institut für Ostasienwissenschaften – Japanologie der Universität Wien veranstalten diese in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Institut für Japanstudien (DIJ), Tōkyō.  

     Diese Tagung soll sich mit den Herausforderungen auseinandersetzen, mit denen ländliche Regionen Japans und deren Bevölkerung zu kämpfen haben, insbesondere unter den Bedingungen von Bevölkerungsschrumpfung, politischer Machtkonzentration und wirtschaftlicher Globalisierung. Das dreitägige Programm beginnt mit zwei Panels über wirtschaftliche Strategien zur Wiederbelebung und Nachhaltigkeit im ländlichen Raum Japans, die den Dialog zwischen JapanologInnen, japanischen WissenschaftlerInnen sowie VertreterInnen der Wirtschaft, die in Österreich, aber auch international tätig sind, fördern sollen. Am zweiten und dritten Tag wird das Thema dieser Veranstaltung aus einem stärker akademischen Blickwinkel heraus betrachtet. Es sind Panels vorgesehen über Regionalpolitik, dörfliche Sozialstrukturen im Wandel, Zuwanderung in den ländlichen Raum, alternative Formen der Landwirtschaft und ländliches Wohlbefinden.  

     Indem wir die Erfahrungen Japans mit Entwicklungen in seinem ländlichen Raum auf die Agenda sozialwissenschaftlicher Forschung setzen, beabsichtigen wir einen Perspektivwechsel im Bereich der sozialwissenschaftlichen Forschung zu Japan generell sowie in der Diskussion über regionale Unterschiede in Japan. Wir sprechen dabei von einer „Neubetrachtung“ des ländlichen Japans aus den folgenden zwei Gründen: Erstens wird dieser Untersuchungsgegenstand seit den 1980er-Jahren von sozialwissenschaftlichen JapanologInnen weitestgehend vernachlässigt, während er noch zu Zeiten der Etablierung dieser Teildisziplin im Mittelpunkt empirischer Betrachtung gestanden hatte. Zweitens bieten aktuelle Debatten nahezu ausschließlich eine städtische Lesart der Lage im ländlichen Raum und ignorieren damit lokale Interpretationen der Problemlagen, der Bedürfnisse, der Interessen und der Ressourcen.  

     Im Besonderen soll die Tagung die Spannungen zwischen Autonomie und Heteronomie im ländlichen Raum thematisieren. Japans Regionen sind von finanziellen Zuwendungen des Zentralstaats in einem derart hohen Ausmaß abhängig, dass man in Bezug auf den Umfang eigenständiger Entscheidungen auf lokaler Ebene auch von einer „30-Prozent-Autonomie“ spricht. Außerdem sind viele gewichtige Problemlagen in der Peripherie auf Entscheidungen und Prozesse zurückzuführen, die auf nationaler und auch globaler Ebene ausgelöst wurden, wie etwa die Liberalisierung des Handels mit landwirtschaftlichen Produkten oder die Verunreinigung des Bodens und des Nutzwassers durch industrielle Emissionen aus angrenzenden Ländern. Auch wenn Regionalpolitik größtenteils von Heteronomie geprägt ist, so gibt es zugleich ausreichend Gründe zur Annahme, dass Autonomie eine notwendige Voraussetzung für ländliche Regionen ist, um ihr volles Potenzial auszuschöpfen und den Anforderungen zu begegnen, mit denen sie konfrontiert sind – wie etwa die Erhaltung der (Kultur-)Landschaft oder kultureller Traditionen, die Berücksichtigung von Aspekten des Umweltschutzes und die Erhöhung der Selbstversorgungsrate Japans mit landwirtschaftlichen Produkten.    

Für den zweiten und dritten Tag der Konferenz (1.–2. November) ist weiterhin eine Postersession geplant. Hierzu möchten wir herzlich Interessenten zur Einreichung von Vorschlägen (in deutscher, englischer oder japanischer Sprache) einladen.  

     Der Call for Posters richtet sich sowohl an NachwuchswissenschaftlerInnen wie auch an etablierte ForscherInnen aus allen Bereichen der sozialwissenschaftlichen Japanforschung, die brandaktuelle Ergebnisse, laufende Forschungsvorhaben oder auch neue, spekulative Ansätze einem größeren Fachpublikum vorstellen möchten. Es wird erwartet, dass der/die AutorIn an der Konferenz teilnimmt.  

     Wir bieten Platz für eine begrenzte Anzahl von Postern, die – unter der Voraussetzung, dass der Vorschlag die obigen Bedingungen erfüllt – nach dem „first come – first serve“-Prinzip zum Zuge kommen. Vorschläge von nicht mehr als einer Seite Länge sollten enthalten: Titel des Posters, Autorenname(n), Institution, E-Mailadresse und ein kurzes Abstract zum Inhalt des Posters. Deadline ist der 1. September 2017. Danach können Einreichungen nicht mehr berücksichtigt werden.  

     Die Poster sollen im Format DIN A0 (841mm x 1189mm) gezeigt werden. Wir möchten alle TeilnehmerInnen der Postersession bitten, Ausdrucke der Poster selbst anzufertigen und einen Tag vor Beginn der Session (31. Oktober) zum Tagungsort mitzubringen. Es gibt in Wien einige Kopier- und Druckgeschäfte mit A0-Plottern; sofern der Transport keine Probleme verursacht, empfehlen wir jedoch eine Erstellung der Poster vor Reiseantritt.  

     Tagesaktuelle Informationen, vor allem auch zum Tagungsprogramm oder zu den Registrierungsmodalitäten, sind auf der Konferenz-Homepage abrufbar.  

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an: vsjf2017@univie.ac.at